Das Projekt Musterfassade
Berlin-Mitte: Schinkelplatz mit Friedrichswerder Kirche und Auswärtigem
Amt Idee, Projektentwicklung, Entwurfsplanung der Musterfassade
1992-1999 und Objektfoto 2002: Die Musterfassade wurde vom Bildungsverein Bautechnik
(Verein zur Qualifizierung in traditionellen und modernen Bautechniken),
der 1998 vom Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg e. V., der Fachgemeinschaft
Bau Berlin und Brandenburg e. V., der Industriegewerkschaft Bauen
- Agrar - Umwelt, Landesverband Berlin-Brandenburg und Horst Draheim
gegründet wurde, errichtet. Mit der Musterfassade, als Projekt
von Horst Draheim entwickelt, wird für den Wiederaufbau der Bauakademie
von Karl Friedrich Schinkel geworben. Die Öffentlichkeit und
die an der Entscheidung zum Wiederaufbau beteiligten Institutionen
wie auch andere Interessenten sollen anhand der nach historischem
Vorbild rekonstruierten Fassade auf das bedeutende Gebäude hingewiesen
und zur Mitarbeit am Wiederaufbau aktiviert werden.
Grundsteinlegung war am 1. September 1999. Die Musterfassade setzt auf den originalen Fundamenten auf, die hier – an der auf den Kupfergraben hinweisenden Gebäudespitze – wegen der beim Bau des ehem. Außenministeriums der DDR weitgehend beseitigten Grundmauern sehr tief liegen. Mit der Aufmauerung der Musterfassade wurde am 3. April 2000 begonnen; sie wurde im Herbst 2001 mit dem Anbringen der Terrakotten fertiggestellt. Die Musterfassade stellt mit den beiden Fassadenteilen eine weitgehend
originalgetreue Kopie der Bauakademie dar. Aus zahlreichen Bibliotheken,
Archiven, Ämtern und Museen wurden etwa 130 Einzelobjekte und ca
550 originale Fassadenteile erfaßt, kopiert, vermessen, ausgewertet
und dokumentiert. Im Gegensatz zum Inneren des Gebäudes, das im
Lauf der Geschichte zahlreiche, z. T. gravierende Änderungen erfahren
hat, ist die Fassade bis zum Abriß 1961/62 weitgehend unverändert
geblieben. Anhand der vorhandenen Quellen war eine authentische Rekonstruktion
möglich. Die kontroverse Diskussion zwischen Wiederaufbaubefürwortern
und -gegnern kann an dem Objekt im Maßstab 1 : 1 versachlicht
werden. 22.000 Stück Normalziegelsteine verschiedener Formate Genaue Ausführungen hierzu mit Abb. im Ausstellungskatalog Mythos
Bauakademie Schaufassade
Der Verein Internationale Bauakademie Berlin e.V. hat im Jahr 2004
am originalen Standort des ehemaligen Gebäudes die „Schaufassade“
errichtet und knüpft somit, wenn auch verändert, an das ursprüngliche
Vorhaben des Fördervereins an. Das Gerüst ist mit einer Plane ummantelt,
auf der die ursprünglichen Fassaden fotorealistisch wiedergegeben
werden. Im Jahr 2005 wurde im Inneren der sogenannte Rote Saal nach
dem Vorbild eines Raums aus dem 1. Obergeschoss der Bauakademie in der
Nähe der Portale im EG als temporär nutzbarer Rohbau in einer
Größe von ca. 200 m2 fertiggestellt. Informationen bei: Bildungsverein Bautechnik |